Direkt zu den Inhalten springen

Hohe Lebenshaltungskosten werden zum politischen Thema

Für Menschen mit niedrigen Einkommen sind die Preissteigerungen besonders belastend. Das erkennt mittlerweile auch die Politik.

Eine Mutter mit ihrem kleinen Kind im Supermarkt, das Kind hat eine Paprika in der Hand.
Für Menschen mit niedrigen Einkommen, beispielsweise viele Alleinerziehende, sind hohe Preise für frische Lebensmittel ein großes Problem. Foto: Maria Sbytova / Adobe Stock

Auf dem Papier sieht die Lage gar nicht so schlecht aus: Die Inflationsrate lag in Deutschland 2025 bei 2,2 Prozent, im Dezember sank sie sogar auf 1,8 Prozent. Damit bewegt sie sich nahe dem Zielwert der Notenbanken von 2 Prozent, bei dem sie von „Preisstabilität“ sprechen.

Viele Menschen haben beim täglichen Einkauf allerdings einen anderen Eindruck. Eine aktuelle Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Befragten Sorgen um ihre finanzielle Situation macht. Über zwei Drittel geben an, die Preissteigerungen beim Einkauf deutlich zu spüren.

“Deutschland-Korb” voller günstiger Lebensmittel?

Seit 2019 sind Lebensmittel in Deutschland um etwa 40 Prozent teurer geworden – deutlich mehr als die Gesamtinflation. Für Menschen mit geringem Einkommen ist die Lage besonders schwierig, da sie einen größeren Teil ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel aufwenden müssen. Für sie sind die Kosten für Wohnen – die ebenfalls stark gestiegen sind – sowie für Waren des täglichen Bedarfs der größte Ausgabenposten.

In der Politik ist die Sprengkraft dieser Entwicklung mittlerweile angekommen. Die SPD schlug Anfang der Woche die Einführung eines sogenannten „Deutschland-Korbs“ im Einzelhandel vor. Dieser Warenkorb mit günstigen und preisstabilen, in Deutschland produzierten Grundnahrungsmitteln soll eine spürbare Entlastung für Verbraucher*innen bringen. Bisher handelt es sich dabei allerdings eher um ein abstraktes Konzept; konkrete Pläne zur Umsetzung gibt es nicht. Zudem soll die Einführung durch die Handelsketten auf freiwilliger Basis erfolgen.

Nullrunde bei der Grundsicherung verschärft die Lage

Auch andere Ideen für niedrigere Preise im Supermarkt tauchen immer wieder in der Debatte auf, etwa die Reduzierung oder sogar Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse oder Nudeln. Auf die tatsächliche politischen Agenda hat es der Vorschlag aber noch nicht geschafft. 

Der SoVD begrüßt, dass die täglichen Sorgen von Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen in der politischen Debatte ernst genommen werden. Angesichts einer zweiten Nullrunde beim Bürgergeld in Folge sowie von Rentenerhöhungen, die in Zeiten hoher Inflationsraten nicht ausreichten, um die Kaufkraft zu sichern, ist es für viele Betroffene derzeit sehr schwierig, mit dem hohen Preisniveau zurechtzukommen.