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SoVD-Umfrage: Eltern sehen große Probleme bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Viele erwerbstätige Eltern erleben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als tägliche Herausforderung. Besonders kritisch bewerten Alleinerziehende die Betreuungssituation.

Eine Frau arbeitet zu Hause an einem Laptop während ihr Kind daneben sitzt.
Vor allem Alleinerziehende kritisieren fehlende Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Foto: Ilona / Adobe Stock

Mehr als die Hälfte der Eltern hält die verfügbaren Kita-Plätze und Betreuungsangebote für Schulkinder nicht für ausreichend. Bei Eltern von Grundschulkindern fällt die Kritik besonders deutlich aus: Rund zwei Drittel sehen keine ausreichenden Angebote. Auch Eltern von Kita- und Schulkindern insgesamt berichten mehrheitlich von Betreuungslücken. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des SoVD. 

Auf der Themenseite zur Umfrage sind die Ergebnisse bereits als Grafiken aufbereitet. 

„Durch die Unterversorgung sind besonders Frauen benachteiligt, weil sie mangels Betreuungsangeboten oft nur in Teilzeit oder Minijobs arbeiten können“, erklärt die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Notwendig sei deshalb ein quantitativer und qualitativer Ausbau der Betreuung in Krippen, Kitas und Grundschulen. Dazu gehörten auch verlässliche Öffnungszeiten, die zu den Arbeitszeiten der Eltern passen.

Frauen bewerten die Situation kritischer

Auch das Gesamturteil zur Vereinbarkeit fällt ernüchternd aus. Zwar bewertet gut ein Drittel der Befragten die Situation positiv. Mehr Eltern halten die Vereinbarkeit jedoch für schlecht, ein weiteres Fünftel ist unentschieden.

Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: Fast jede zweite befragte Frau bewertet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf negativ. Bei den Männern sind es deutlich weniger. Besonders groß sind die Schwierigkeiten für Alleinerziehende und Solo-Selbstständige. Von ihnen sieht jeweils mehr als die Hälfte erhebliche Defizite.

Für Engelmeier ist Vereinbarkeit deshalb nicht allein eine Frage des persönlichen Organisationstalents. Sie brauche verlässliche politische Rahmenbedingungen. Der SoVD fordert unter anderem eine bezahlte Freistellung für Väter beziehungsweise zweite Elternteile rund um die Geburt, eine stärkere Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen und eine partnerschaftlichere Ausgestaltung des Elterngeldes. Auch steuerliche Regelungen müssten so verändert werden, dass sie eine gleichberechtigte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit unterstützen.

Flexible Arbeitszeiten nicht für alle Eltern möglich

Die Möglichkeiten, Arbeitszeiten an familiäre Bedürfnisse anzupassen, werden etwas besser bewertet. Vier von zehn Eltern sehen bei den Arbeitgebern ausreichende Angebote. Zugleich hält mehr als ein Drittel die vorhandenen Möglichkeiten für unzureichend.

Wie stark Beschäftigte von flexiblen Arbeitszeiten profitieren, hängt offenbar von ihrer beruflichen Position und ihrer familiären Situation ab. Führungskräfte berichten vergleichsweise häufig von passenden Angeboten. Unter den Alleinerziehenden sieht dagegen nur rund jede fünfte befragte Person genügend Spielraum. Auch Eltern von Kita- und Grundschulkindern bewerten die Möglichkeiten überwiegend kritisch.

„Wir müssen mehr familienfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen. Familienfreundlichkeit sollte ein Qualitätsmerkmal von Arbeitgebern werden“, fordert Engelmeier. Flexible Arbeitszeitmodelle müssten in der Praxis nutzbar sein und sich an den Bedürfnissen der Beschäftigten orientieren. Gute Vereinbarkeit sei eine Voraussetzung für Chancengleichheit und verhindere insbesondere die Benachteiligung von Frauen